Sonntag, 22. September 2013


Teheran – Arak


Heute dürfen wir ausschlafen! Erst um 08 Uhr werden wir geweckt. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet sind sämtliche Reiseteilnehmer um 09.30 Uhr pünktlich zur Abfahrt bereit. Die Reisegruppe umfasst 25 Personen, davon 6 Schweizer. Das Durchschnittsalter ist – wie wir dies bereits von unserer ersten Studiosus Reise entlang der Seidenstrasse kennen – hoch.

Unsere Reise beginnt mit der Besichtigung des Nationalmuseums. Hier lernen wir dass  bereits vor 7‘000 Jahren v. Christus eindrückliche Handwerkarbeiten ausgeführt wurden. Dies zu einer Zeit als es in der Schweiz noch nicht einmal Pfahlbauer gab! Besonders faszinierend sind wir von den Reliefarbeiten aus der Achämenidischen Zeit (559-330 v.Christus), die wir später in Persepolis nochmals sehen werden.

Es bleibt Fabrice und mir etwas Zeit um uns in der Nachbarschaft umzusehen. Es ist ein einfaches Viertel. Wir besuchen ein Shopping Center, das diesen Namen eigentlich nicht verdient. Es macht mich traurig, all die in schwarzes Tuch eingehüllten Frauen zu sehen.  Was für ein Unterschied zu den Iranerinnen, die gestern mit uns im Flugzeug waren.
 
Zoreh, unsere exzellente Reiseleiterin unterhält uns während der Fahrt mit iranischer Musik und Versen der drei prominentesten Dichtern Irans. Nachfolgend ein Beispiel von Ferdowsi, der im 10./11. Jahrhundert lebte und wohl der grösste Dichter des Landes war     

Der gute Rat
 
Weisst du noch als du kamst,
Wie du weintest und alle lachten
 
Leb so dass wenn einst du gehst,
Du lachst und alle weinen
 
Am Nachmittag geht die Fahrt weiter nach Arak, das 290km süd-westlich von Teheran liegt. Dieser Name ist mir aus meiner Zeit an der Hotelfachschule irgendwie bekannt, ist doch ein Schnaps  danach bekannt! Und tatsächlich; Früher wurde dies Produkt hier hergestellt. Früher…vor der Revolution natürlich. Die Fahrt durch eine karge Wüstenlandschaft führt uns an Ghom, der drittheiligsten Stadt Irans vorbei. Wieder fällt auf, dass entlang der gesamten Strecke Lampen zur Beleuchtung der Autobahn stehen.

 Arak aus dem Hotel
 
 
In Arak erwartet uns das futuristisch anmutende Hotel Amir Kabir (benannt nach dem Ministerpräsident zur Kadscharenzeit im 19. Jh.) Wieder überraschen die öffentlichen Räume positiv und die Nasszelle negativ.  Nachdem sich die Teilnehmer gegenseitig vorgestellt haben und den Apéro (Orangensaft) genossen haben, gehen wir zu einem benachbarten, sehr gemütlichen Restaurants, wo wir ein ausgezeichnetes Buffet mit lokalen Spezialitäten geniessen. Um 21.20 Uhr bin ich bereits im Bett und Fabrice im Internet! Heute wurde in der Schweiz abgestimmt. Via Zakynthos, wo meine liebe Frau (Iran war aufgrund des Kopftuchzwangs kein Thema) mit der Familie ihres Bruders Urlaub macht, erhalten wir die Abstimmungsresultate.

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