Teheran – Arak
Heute dürfen wir ausschlafen! Erst um 08 Uhr werden wir
geweckt. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet sind sämtliche Reiseteilnehmer
um 09.30 Uhr pünktlich zur Abfahrt bereit. Die Reisegruppe umfasst 25 Personen,
davon 6 Schweizer. Das Durchschnittsalter ist – wie wir dies bereits von
unserer ersten Studiosus Reise entlang der Seidenstrasse kennen – hoch.
Unsere Reise beginnt mit der Besichtigung des
Nationalmuseums. Hier lernen wir dass
bereits vor 7‘000 Jahren v. Christus eindrückliche Handwerkarbeiten
ausgeführt wurden. Dies zu einer Zeit als es in der Schweiz noch nicht einmal
Pfahlbauer gab! Besonders faszinierend sind wir von den Reliefarbeiten aus der
Achämenidischen Zeit (559-330 v.Christus), die wir später in Persepolis
nochmals sehen werden.
Es bleibt Fabrice und mir etwas Zeit um uns in der
Nachbarschaft umzusehen. Es ist ein einfaches Viertel. Wir besuchen ein
Shopping Center, das diesen Namen eigentlich nicht verdient. Es macht mich
traurig, all die in schwarzes Tuch eingehüllten Frauen zu sehen. Was für ein Unterschied zu den Iranerinnen,
die gestern mit uns im Flugzeug waren.
Zoreh, unsere exzellente Reiseleiterin unterhält uns während
der Fahrt mit iranischer Musik und Versen der drei prominentesten Dichtern
Irans. Nachfolgend ein Beispiel von Ferdowsi, der im 10./11. Jahrhundert lebte
und wohl der grösste Dichter des Landes war
Der gute Rat
Weisst du noch als du
kamst,
Wie du weintest und
alle lachten
Leb so dass wenn einst
du gehst,
Du lachst und alle
weinen
Am Nachmittag geht die Fahrt weiter nach Arak, das 290km
süd-westlich von Teheran liegt. Dieser Name ist mir aus meiner Zeit an der
Hotelfachschule irgendwie bekannt, ist doch ein Schnaps danach bekannt! Und tatsächlich; Früher wurde
dies Produkt hier hergestellt. Früher…vor der Revolution natürlich. Die Fahrt
durch eine karge Wüstenlandschaft führt uns an Ghom, der drittheiligsten Stadt
Irans vorbei. Wieder fällt auf, dass entlang der gesamten Strecke Lampen zur
Beleuchtung der Autobahn stehen.
In Arak erwartet uns das futuristisch anmutende Hotel Amir
Kabir (benannt nach dem Ministerpräsident zur Kadscharenzeit im 19. Jh.) Wieder
überraschen die öffentlichen Räume positiv und die Nasszelle negativ. Nachdem sich die Teilnehmer gegenseitig
vorgestellt haben und den Apéro (Orangensaft) genossen haben, gehen wir zu
einem benachbarten, sehr gemütlichen Restaurants, wo wir ein ausgezeichnetes
Buffet mit lokalen Spezialitäten geniessen. Um 21.20 Uhr bin ich bereits im
Bett und Fabrice im Internet! Heute wurde in der Schweiz abgestimmt. Via
Zakynthos, wo meine liebe Frau (Iran war aufgrund des Kopftuchzwangs kein
Thema) mit der Familie ihres Bruders Urlaub macht, erhalten wir die
Abstimmungsresultate.
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